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Ereignisse 2017/2018


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                Mittelschüler testen Handwerksberufe

Waldmünchen. In der vorletzten Jahrgangsstufe jeder Schullaufbahn steht für die Schülerinnen und Schülern die Entscheidung über den richtigen Beruf an. Damit die Jungen und Mädchen diese Entscheidung leichter treffen können, werden zahlreiche Maßnahmen im Rahmen der Berufsorientierung durchgeführt. Eine Woche lang bekamen die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Schwarzachtal-Mittelschule Waldmünchen fundierte Einblicke in gängige Handwerks- und Dienstleistungsberufe im Landkreis Cham. In diesem Jahr läuft diese Maßnahme für die Vorentlassklassen aller Mittelschulen im Landkreis bereits im elften Jahr sehr erfolgreich. Initiiert und finanziert wird diese praktische Woche durch die Agentur für Arbeit und das Schulamt Cham. Durchgeführt wird die Orientierungswoche vom Kolping-Bildungswerk und dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer in Cham.

Im November 2017 fand für die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Schwarzachtal-Mittelschule Waldmünchen der Unterricht fernab vom Klassenzimmer statt. Zusammen mit ihren Klassenleiter Michael Aumann und Daniela Kagermeier fanden sich die Mädchen und Jungen jeweils am Montagmorgen in den Ausbildungsstätten ein, um an dieser Maßnahme teilzunehmen.
Die Schülerinnen und Schüler wurden vom Leiter der Handwerkskammer in Cham, Josef Ramsauer, und vom Leiter des Kolping-Bildungswerkes, Franz Speckner, begrüßt. Beide führten die Jugendlichen und die Lehrkräfte ins Thema ein.
Die Berufsfelder Metall, Holz und Farbe, Elektro, Friseur mit Kosmetik und Körperpflege, Installationstechnik, Hotel- und Gaststättenbereich, Altenpflege, Lager sowie Verkauf wurden deshalb ausgewählt, weil es hier im Landkreis sehr viele Ausbildungsplätze gibt.
Es wird nicht mehr zwischen Männer- und Frauenberufe unterschieden, deshalb wurden die Teilnehmer in einigen Berufsfeldern auch gleichermaßen eingesetzt. Bei einigen der Berufsbereiche konnten die Schülerinnen und Schüler aber individuell wählen.
Nach der Einführung ging es gleich an das Werk. Die Jugendlichen wurden in Gruppen aufgeteilt, die jeweils einen halben bis ganzen Tag in jedem Berufsfeld verbrachten.
Im Bereich Metall stellten die Jugendlichen einen Teelichtständer aus verschiedenen Materialien her. Ausbilder Stefan Bauer achtete dabei ebenso wie seine Kollegen auf eine saubere und genaue Arbeitsausführung. Einige der Werkstücke, wie eben diesen selber gebauten Teelichtständer, durften die Schülerinnen und Schüler am Ende der Woche mit nach Hause nehmen.
Im Metallbereich lernten die Jugendlichen neben Arbeiten wie fräsen, feilen und entgraten auch Tätigkeiten wie bohren, stanzen oder drehen kennen und durften Arbeitsschritte mit modernen CNC-Fräs- und Drehmaschinen ausführen.
Im Bereich Holz und Farbe der, ebenso wie die Bereiche Metall, Installationstechnik und Elektro, durch die Handwerkskammer durchgeführt wird, ging es darum mit den Mädchen und Jungen einen Topfuntersetzer herzustellen. Dieser wurde aus unterschiedlich geformten Holzelementen für den täglichen Hausgebrauch angefertigt und anhand verschiedener Methoden wie 3D oder Wassertropfeneffekt mit Farben individuell gestaltet. Ausbilder Josef Fischer stellte den Jugendlichen den Prototypen vor und erklärte detailliert jeden Arbeitsschritt anhand einer Skizze. Bevor fleißig gesägt, gefeilt, gebohrt und geschliffen wurde, ging es erst einmal um den sicheren Umgang mit den eingesetzten Maschinen.
Der Bereich Friseur mit Kosmetik und Körperpflege wird in diesem Jahr neben den Bereichen Verkauf, Altenpflege, Lager und Hotel/Gaststätten beim Kolping Bildungswerk für Mädchen und Jungs gleichermaßen angeboten. Unter Anleitung von Friseurmeisterin Katja Kraus konnten die Teilnehmer mit Frisierköpfen arbeiten. Haare schneiden, Dauer- oder Wasserwelle legen waren genauso Thema wie die Kopfmassage beim Haare waschen, eine Handmassage, die Nagelpflege sowie das Kundengespräch.
Im Elektrobereich wurde ein elektronischer Würfel hergestellt. Insgesamt 86 Lötstellen sind erforderlich, damit dieses batteriebestückte Gerät dann per Knopfdruck und Zufallsgenerator eine Zahl zwischen eins und sechs anzeigt. Ziel der Tätigkeiten in diesem Bereich war es, unter Anleitung der Ausbilder Josef Seidl, erste Grundgriffe im Elektronikbereich einzuüben.
Auch in diesem Jahr wird der Bereich Installationstechnik angeboten. Im Bereich Heizung, Wasser und Gas wurden unter Anleitung von Ausbilder Stefan Bauer Rohrverbindungen erstellt. Dabei wurden Rohre geschnitten und gebogen, Gewinde geschnitten und mit Hanf versehen und die Leitungen am Schluss abgedrückt, um die Dichte zu prüfen. Auch die Montage eines Waschbeckens war Thema in diesem Fachgebiet.
Im Bereich Altenpflege kam Pflegedienstleiterin Alexandra Dostal zum Einsatz und brachte den Teilnehmern Grundbegriffe wie Körperwahrnehmung, Nahrungsaufnahme, Waschen, verschiedene Lagertechniken oder das Blutdruckmessen näher. Da alle Theorie natürlich Grau ist, durften die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung der Fachfrau diese Tätigkeiten an Mitschülern im Pflegebett oder im Rollstuhl auch üben.
Der Bereich Handel stand als Nächstes im Fokus, galt er doch bisher überwiegend als Frauenbereich. Das Kolping-Bildungswerk hat dabei einen seiner Schulungsräume fest zu einem Laden, den „Kolpi-Shop„, umgebaut. Die Schüler konnten hier unter Anleitung von Tina Drexler den kompletten Ablauf einen Handelsbetrieb kennenlernen. Ware prüfen, auszeichnen und verstauen stand ebenso wie Kunden bedienen oder Kassieren auf dem Programm.    
Anders sah es dagegen im Bereich Hotel- und Gaststättenberufe aus. Unter Anleitung von Carina Brey wurde das Eindecken von Tischen für ein Mehr-Gänge-Menü, das Falten von Servietten und das Bedienen von Gästen mit verschiedenen Serviertechniken trainiert. Gläser- und Besteckkunde stand dabei ebenso auf dem Programm.
Im Bereich Lager ging es für die Mädchen und Jungen, ebenfalls unter Anleitung von Tina Drexler, um die Themen Warenannahme, Kommissionierung, die Eingangs- und Ausgangsverbuchung im Warenwirtschafts- und Lagersystem, um verschiedene Verpackungsmethoden sowie um die Tourenplanung.
Einen halben Tag in der Woche war auch Konrad Groitl, der für die Schulen zuständige Berufsberater der Agentur für Arbeit, in den Gruppen zu Gast. Er konnte sich ein Bild davon machen, was die Schülerinnen und Schüler in den Berufsfelder zu leisten haben. Dabei stellte er fest, dass das sofortige praktische Anwenden von neuem Wissen den Teilnehmern riesigen Spaß bereitete. In diesen Tagen lernen viele Lehrer ihre Schüler oft von einer ganz anderen Seite kennen und entdecken neue Stärken an ihnen. Die Agentur für Arbeit finanziert diese Maßnahme auch 2017/2018 für die insgesamt knapp 400 Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen aller Mittelschulen im Landkreis zu einem wesentlichen Teil.
Am Freitagmittag hatten es dann alle geschafft. Neben ihren Werkstücken konnten sie auch ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme in Empfang nehmen, dass sie später einmal der Bewerbung beilegen können.